Die Versammlung der Toten
- Tim Evers
- 10. März 2016
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 25. März 2024
N

achdem wir uns von den Strapazen der langen Rückreise erholt haben, nahmen wir uns Zeit Marrakesch zu erkunden. Bei unserer Ankunft in Marokko, haben wir hier ja mehr oder weniger nur übernachtet, so dass wir uns nun ganz besonders auf die alte Königsstadt freuten. So begannen wir unsere Tour auch gleich mit dem Besuch eines der alten Paläste, der momentan aufwändig restauriert wird. In einem der vielen Räume, haben Besuch die Chance sich an der Wand zu verewigen, wovon wir auch gleich Gebrauch machten. Danach ging es weiter zu den Königsgräbern, wo man orientalische Baukunst bewundern konnte. Schließlich landeten wir in den Souks der Stadt und bewunderten die angebotenen Waren. Hat man trotz all der Vielfalt dennoch irgendwann das Gefühl, alles bereits einmal gesehen zu haben, weiß man das es Zeit zu gehen ist. Und so gingen wir und kurierten unser müden Füße um bei Sonnenuntergang rechtzeitig wieder fit zu sein. Denn dann sollte das letzte Highlight unserer Reise zum Leben erwachen, der Djemaa el Fna, die Versammlung der Toten. Der Djemaa el Fna befindet sich in Reichweite der großen Moschee und ist bei Tageslicht nichts weiter als ein großer Platz. Doch mit Sonnenuntergang eröffnen die zahlreichen Garküchen ihre Pforten. Überall riecht es nach orientalischen Leckerein. Überall bilden sich kleine Ansammlungen von Menschen, in deren Mitte traditionelle Musiker spielen, Zauberer ihre Tricks vorführen oder Geschichtenerzähler ihre Märchen zum besten geben, alles perfekt in Szene gesetzt durch die letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Dieses ganz besondere Flair hat die UNSECO dazu gebracht, den Djemaa el Fna als erste immaterielle Sache zur Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen.
Wir genossen den Sonnenuntergang von einer der unzähligen Dachterrassen bei einer Tasse marokkanischen Pfefferminztee, bevor wir uns selbst ins Getümmel stürzten. Schließlich nahmen wir in einer der Garküchen platz und bestellten von allem ein wenig. Es war köstlich. Fast noch besser war es, den Köchen beim zubereiten der Speisen zuzusehen, die fast schon mehr Entertainer als Köche waren.
Ein schöner Abschluss einer sehr schönen und viel zu kurzen Reise.
Comments